Eingangsbild work in progress angepasst

Hommage an Stéphane Hessel

Botschaften Jugendlicher finden sich auf einer 1,3 x 2,5 Meter großen Kartonfläche. Diese ist eine Graffitiwand, auf die, ohne strafrechtliche Verfolgung fürchten zu müssen, gesprüht werden darf. Die Motive sind aus spontanen Einfällen in Auseinandersetzung mit der Frage: „Was möchtest du gerne mitteilen?“ entstanden. Im Zentrum: ein mit Bleistift gezeichnetes Gesicht, das um Menschenwürde fleht. Dieses hält die persönlichen Äußerungen der Jugendlichen zusammen.

Diese Collage ist das Ergebnis eines Projekts mit der mobilen Jugendarbeit „Südrand“ ( tätig in Traisen, Niederösterreich) im Sommer 2017.


  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: M. Plaimer)
  • Südrand, 2017 (Foto: Südrand)
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17


Und was hat diese Collage mit Stéphane Hessel zu tun?

Stéphane Hessel, Sohn des Schriftstellers Franz Hessel und der Malerin und Schriftstellerin Helen Grund, wurde 1917 in Berlin geboren. 1924 zog er mit seinen Eltern nach Paris.

Die Erfahrung des Zweiten Weltkrieges, sein vergeblicher Kampf gegen das Regime als Mitglied der Résistance und die Tatsache, die Konzentrationslager Buchenwald, Rottleberode und Dora überlebt zu haben, wurden für ihn zur Verpflichtung, seine Fähigkeiten für eine friedliche Welt einzusetzen, in der Menschenwürde oberste Priorität besitzen würde.

In der Überzeugung, dass erneute Katastrophen nur durch rasches gemeinsames Handeln zu verhindern sind und dass es hierzu einer weltumspannenden internationalen Organisation bedarf, schloss er sich den Verfassern der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 an. „Das war vielleicht die ehrgeizigste Periode meines Lebens, mit dem bestimmten Gefühl, etwas für die Zukunft – wenn schon nicht für die Ewigkeit – zu leisten.“

Als UNO-Pionier, Botschafter Frankreichs, Beauftragter des französischen Außenministeriums und dann des UNO-Entwicklungsprogramms verkörperte er ein Weltbürgertum, in dessen verpflichtendem Geist er sich für Menschenrechte, illegale Zuwanderer und Obdachlose in Frankreich, Gleichberechtigung und die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzte. Für den Enthusiasten, der an vielen Fronten kämpfte, war eines der obersten Gebote des 21. Jahrhunderts die Bewahrung der Schöpfung. In seinem unerschütterlichen Optimismus traute er der „listenreichen“ Natur zu, sich von den Schandtaten ihrer Geschöpfe nicht unterkriegen zu lassen.

Stéphane Hessel wünschte sich von der heutigen Jugend, dass sie angesichts so vieler skandalöser Zustände in der Welt einen wachen Widerstandsgeist entwickelt.

Stéphane Hessel starb 2013 in Paris.

(aus Stéphane Hessels: „Empört euch!“ und „Engagiert euch!“, beide in Berlin: Ullstein Buchverlage GmbH 2011 erschienen)